Ohrenrausch

Let´s get loud: Music & More

Der Soundtrack zum Untergang (Part 1) Mai 4, 2010

Filed under: Lebendig & Tretend — ohrenrausch @ 8:44 am
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Das Karlsruher  Substage bläst zum Endspurt. Kurz vorm Exitus (zumindest was die Location U-Bahn-Schacht) betrittt,  feuern die Macher noch einmal aus allen Konzertkanonen, Ende April gleich mit 3 Holter-die-Polter-Abenden in einer Woche.

Mittwochs ein 5er-Bill mit Dark Castle , Totimoshi,  Kylesa, Eye Hate God und weiß nicht mehr wer. Kylesa, die Savannanesen, schön laut krachig wie eh und je. Als Nächstes dann der pure Kult, schreiben die Gazetten:  Eye Hate God oder EHG, wie Kenner sagen. Mehr als die Musik (sich doomig dahinschleppend,  St-Vitus-mäßig mit einem kleinen Schwarzen Sabbath dabei, mit guten bis sehr guten Momenten, aber in the long run ein wenig langatmig) hat mich der Frontman Mike Williams beeindruckt. Der Gute hat jat eine bewegte Drogenkarriere hinter sich,  was wurscht wär, auf der Bühne jedoch nicht.  Denn das Shouten und Krächzen wird dadurch etwas  wabbelig. Und: Was er auch immer zu sich nimmt, es ist definitiv zuviel. Wie ein Windhalm im Sturm schwankt er zum Steinerweichen, und erfreut uns mit einer Stolper- und Fallchoreographie, dass es eine Pracht ist.  Halt gibt ihm nur das Mikrofon und zwischendurch auch mal die Kylesa-Bardin, die bei einem Song co-vocalt.  Jedes Mal, wenn Mike hinter der Publikumsmenge abtaucht,  fragt man sich: Kommt er wieder hoch? Er schafft es, aber wie lange noch? Kurz und gut: Wer EHG noch einmal sehen will, sollte sich beeilen. Das nächste Metadon-Programm ist vorprogrammiert, wenn nicht gar Übleres.

Hier ein Song mit dem schönen Titel: „Southern Discomfort“

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Adel verpflichtet oder auch nicht Januar 10, 2010

Filed under: 1,Sound-Service — ohrenrausch @ 7:03 pm
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Am 24. Januar tobt der Bär mal wieder in Karlsruhe: Baroness geben sich im Club „Die Stadtmitte“  die Ehre.  Kumpels der anderen Noise-Heroen Kylesa und wie diese aus Savannah, USA, stammend,  spielt die Bande entzückenden, progressiven Sludge Metal, was auch immer das ist.  Und sind dabei sympathisch zurückhaltend, was ihre Medien- und Marketingpräsenz angeht.  Immerhin, ein Video gibt´s.

 

T-Shirts lügen nicht? Dezember 4, 2009

Filed under: Lebendig & Tretend — ohrenrausch @ 11:59 am
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T-Shirts lesen macht Spaß und hat einen Mehrwert – zumindest bei Konzerten. Man erhält super Tipps, welche Bands man sich noch anhören kann.  Erblickt man etwa beim Archive-Konzert ein Aerogramme-Fräckchen kann man sich die getrost mal anhören.

Kann aber auch ganz schön in die Irre führen. Wie bei Kylesa in Karlsruhe.  Der Gitarrist trägt „Led Zeppelin,“ der Schlagzeuger schmückt sich mit“ The Boss Bruce Springsteen“, die Sängerin: „James Gang“ (kennt die überhaupt noch jemand?). Kurz und gut, lauter alte Recken der –  sagen wir mal soliden – nicht allzu verstörenden Rock-Sorte.  Wer jetzt Retro-Klänge erwartet, wird enttäuscht oder in meinem Falle entzückt: eine Sängerin zwischen Sing und Schrei mit leichter Todesmetall-Färbung, sich vokal mit dem Gitarristen duellierend, knarzende Riffs und schmetternder Bass, und : zwei Schlagzeuger!! Total Bliss! Zumindest für Freunde der tobenden Art.

Eingerahmt werden die von den Schweden Kamchatka und der US-Truppe Clutch, dem eigentlichen Main Act.  Die Opener sollen Stoner Rock sein, langhaar- und -bärtige Knaben, sehr sympathisch aber musikalisch irgendwo zwischen ZZ Top (nicht gerade meine Lieblingsband) und habe schon wieder vergessen was. Ist eher fade und hat zuviel Blues drin.

Die nachfolgenden Clutch-Buben sind dann auch nicht  schlecht, sehr laid back, mit Henry-Rollins-Band-Langsamkeit. Ziehen auch die meisten Leute, aber mich nicht so richtig. Bin irgendwie noch in den Kyleesa-Vibes verhaftet. Bleibe auch noch ein paar Tage drin. Und behalte die in Aug und Ohr.