Ohrenrausch

Let´s get loud: Music & More

Prickelnde Garage November 30, 2012

Filed under: Lebendig & Tretend — ohrenrausch @ 4:16 pm
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In dieser Woche rudeln sich die Konzerte: Heute das elegisch umschnurrende Kontrastprogramm in der Saarbrücker Garage. Junius aus USA, nicht übel, die Stimme ist leider zu leise abgemischt. Das Ganze kein echter  Gänsehauterzeuger. Schließlich dann Alcest aus Avignon (nicht zu verwechseln mit der französischen Screamo-Combo Alceste) mit einem Sänger namens Neige (=Schnee). Verträumt, aber nicht zu verträumt zwischen wabernden Sound-Gitarrereien und melodiösem bis krächzendem Gesang dahin mäandernd. Und ich erfahre gerade, dass man diese Musikrichtung angeblich Shoegazing nennt. Weils so aussieht, als ob die Bandmitglieder beim Spielen auf ihre Schuhe schauen. Das kann schon mal nicht stimmen, hier blickt keiner auf die Booties. Weder wir Ohren-Berauschten noch die Alcest-Knaben, die auch schon eine ordentliche Rock-Gitarre zupfen, inklusive Haarprachtgeschwinge. Hübsche Musik, pötische Texte meist auf Französisch.

Zugpferde des Abends: Katatonia aus Schweden, dereinst Todesmetall aus Ärmeln, Stimmbändern und Instrumenten schüttelnd, jetzt aber progressiv-erbaulich, weichem Gesang und ebenfalls mit sehr hohem Ätherfaktor. Klassiker wie  z. B. My twin oder Soil’s Song sind einfach eine Wohltat für die Gehörgänge.  . Generell: Selbst wenn ich ein sehr großer Fan einzelner Katatonia-Songs bin, ähneln sich Songstrukturen im Laufe eines Konzertes doch sehr.  Dennoch gehe ich immer wieder gern schön.

Derartiges Soundgestreichele kann weitere Dekadenz vertragen: Die Saarbrücker Garage ist die einzige mir bekannte Konzert-Location für Gitarriges, die auch die aufgepimpte Sektvariante Crémant verkauft. Ist kein Schaden.

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Kerniger Abend: Parkway Drive und mehr

Filed under: Lebendig & Tretend — ohrenrausch @ 3:06 pm
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Ach, so ein ganzes Konzert mit Krachtüten ohne Ende mitten im an sich beschaulichen Wiesbaden. Zum Auftakt Structures aus Kanada. Rhythmus- und Tempuswechsel jagen einander übers Parkett, wohltuend aus der üblichen Metallkern-Masse herausragend. Nennt sich progressive und live viel ungeschliffener als auf Scheibe, und das ist gut so. Völlig sinnlos: der Aufforderung des Sängers zum Klatschen zu folgen. Denn kaum hat man die Hände oben, bäumen sich die niedlichen 3/4-Takte zu 4/4, 5/4 oder was auch immer auf. Drum lieber wippen.

Geradezu mainstreamig nehmen sich dagegen A World Alive aus. Mir etwas zu harmlos, sehr putzig anzuschauen, wenn man Shirts mit bis zur Taille aufgeschnittenen Ärmeln mag, eben sehr posernd; ist eher etwas für MC-Teenies. Dann mein Sahnehäubchen des Abends: Emmure aus Connecticut. Wunderschöner, sehr dynamischer Krach für Füße, Herz und Ohren. Druckvoll, wie die Metal-Musik-Kritiker gerne schreiben. Ein Tob-Level, das die australischen Headliner Parkway Drive nicht ganz erreichten. Dennoch natürlich sehr gut. Aber am besten lassen wir Sound sprechen oder vielmehr kreischen …

Zum Vergleich:

 

Die Welt im Kasten November 12, 2012

Filed under: Hirnrauschen — ohrenrausch @ 5:48 pm

Eine Band. Eine Bühne. Und viele, viele rechte (oder auch mal linke) Hände mit gezücktem schlauem Phone. Was? Bringt? Das? Wie kommt man beim hoch konzentrierten Avisieren so richtig in den Musik-Flow? Wie kann man da doppsen, mitgrölen, abgehen?  Was soll das überhaupt, wo doch jeder Gig sowieso von einem anderen Ein-Hand-Filmer ruckzuck auf Youtube verewigt wird? Und: Wie lange hält man das durch, ohne Armstarre?

Jüngste Feldforschungen decken zudem gewisse Gesetzmäßigkeiten auf: Je jünger das Publikum, desto mehr Ein-Armige. Je härter die Musik, desto weniger derer. Irgendwie beruhigend…

 

Butter bei die Ohren November 8, 2012

Nicht brand-neu, aber immer wieder ein absoluter Quell meiner Erheiterung und Erbauung: We butter the bread with butter…Unglaublich, aber lustig:  Eines der Gründungsmitglieder zupfte dereinst in der Begleitband von Casting-Eintags-Fliege Martin Kesici (Kennt denn noch jemand?).

Hier der Bananen-Föhn, leider nicht als gute live-Version, aber zum Mitbrummen, -krächzen oder was man sonst so mag…Ich liebe es!