Ohrenrausch

Let´s get loud: Music & More

RIP die zweite Juni 14, 2010

1 Woche nach den letzten Rock-am-Ring-Klängen: fast im Alltag gelandet, fast… noch ziert das himmelblaue RIP-Bändchen mein Handgelelenk  und meine Erinnerung.  Zum Beispiel an As I lay dying, die meinen Sonntag einläuteten, herzallerliebster Metalcore aus Amiland.  Dann ging es (Hartgitarren-)Schlag auf Schlag: Lamb of god mit 20 Jahren Schmettererfahrung auf dem Buckel und erstaunlicherweise Grammy-Abräumer (gut); Stone Sour mit Slipknots Corey Taylors an den Vocals, die statt sauer lustig machten (auch gut); die Grunge-Recken Alice in Chains, deren nachgerückter Frontman William DuVall selbst die alten Klassiker wie Man in the box sehr original rüberbringt (ebenso gut); dann noch das Hinterteil von 30 Seconds to Mars erhascht, reichte  für 2 ihrer Smash Hits (war ok, aber nix zum Drüber-Nachhauseschreiben).  Das Einzige, das haften blieb: Frontman Jared Leto trägt nun eine spaßige, rote Iro-Haartracht – die Sorte, die man eigentlich nur noch bei Sascha Lobo, bahnhofsumschleichenden Hundebesitzern oder diesem merkwürdigen schweizer Investment-Punk sieht.  Schließlich kulminierte das Ganze in meinen Tageshöhepunkent: Muse, erwartungsgemäß perfekt – no surprise there – und schließlich Katatonia aus Schweden. Letztere spielten früher mal Death Metal, sind dann auf Progressive umgeschwenkt, angeblich weil der Shouter nicht mehr growlen kann. (Schöne Geschichte, auch wenn´s gelogen wär: sich aus seinem Musik-Genre rauschschreien:-))  Nevertheless, die Todesmetallvergangenheit zeigt sich an den krachenden Gitarrenparts und das ist gut so.  Schließlich verhindern die eine zu arg weichgespülte Pompakustik.  Ein sehr, sehr schöner Abschluss, gekrönt von einem finalen Caipi auf ein inspiratives Festival.  Und wir planen schon für 2011: wieder RIP, vielleicht doch mal Wacken oder gar Novarock? We will see.

Advertisements
 

Wie kriegt man den RIP aus den Knochen? Juni 9, 2010

Filed under: Allgemein — ohrenrausch @ 5:07 pm
Tags: , , , , , ,

Schon isses rum, das putzige Rock-im-Park-Festival, aber es weht noch gehörig nach. Ich bin einfach noch nicht im Normalmodus,  schwelge immer noch in den Bandorgien und dem Wahnsinnswetter.

Zum Mitschwelgen: Die Top-Einstimmung für Springbegeisterte am Donnerstag waren Rage against the machine, die meinen Begleiter ins Wall-of-Death-Getümmel lockte und ihmviel Blau auf Lippe und Oberarmen bescherte. Ich lief dann erst am Freitag zu Hochform auf. Eine der Tages-Highlights waren eindeutig  Pendulum, eine sehr, sehr geile UK-Aussie-Band, mit äußerst hart-fetzigem Drum&Bass/Breakbeat/Rock. Da muss ein Silberling her! Danach ging´s weniger euphorisch aber solide weiter.  Bullet for my Valentine (ok bis gut), In Extremo (lustig-beschwingend, so eine Schalmei und ein Dudelsack machen einfach gute Laune), Rise against (ein Fave des begleitenden Jungvolks, was mir für auf ewig ein Rätsel bleiben wird; finde sie zum Einschlafen) und kulminierte in Rammstein (ja, ich mag die). Letztere mit allerlei Faschings-Outfits, von Jägerhut bis Federkrägelchen, diversen Show-Einlagen (Keyboarder crowd-rudernd auf einem Schlauchboot durch die Menge) und viel pyro-funkelndem Bombast (Werk, Kaskaden und Menschen aus Feuer).  Arg schön für Mitsinger und Pomp-Liebhaber wie mich! Dann noch ein wenig Them Crooked Vultures schauen, die mich fast in den Schlaf wiegen. Gut, um den Heimweg anzutreten …

Samstag supporten wir zum Auftakt unsere Local Heroes Eyes of Solace. Es donnert, brettert, kreischt und zischt sehr erbaulich – zur Freude der in Anbetracht von  Uhrzeit und Bekanntheitsgrad recht zahlreich erschienenen Headbanger. Super-professionell war’s noch dazu. Dann ab zu Slash, zu dem es mich nicht so hinzog, eher zu seinem Barden Myles Kennedy. Denn der sing im normalen Leben bei Alter Bridge, die ich äußerst entzückend finde. War jetzt keine Offenbarung, aber ganz nett, dank einiger Guns & Roses-Klassiker. Man konnte sich schnuckelig ins Gras legen, mitwippen, die Sonne genießen-  was will man mehr.  Danach wilde Style-Duschen: Cypress Hill, altbekannter, ein wenig fader Spaß-Hip-Hop; Kasabian, nett und englisch. Erinnert ein wenig an den alte Rave (nix Techno, sondern ähnlich wie die Sounds von Stone Roses oder Charlatans); die Editors, die ja immer ein wenig wie weichgespültere Joy Division klingen. Kamelot, ganz arg pathetischer, daher auch recht amüsanter Power-Metal aus Ami-Land, garniert mit einer Night-Wish-ähnlichen Sangeslady.  Und schließlich mein Highlight des Tages: Heaven Shall Burn, die die Club Stage metal-core- rockten und bis auf die letzte Ecke füllten. Man spielte viel Todesmauer, Circle-Pitch und Ähnliches (mein springfreudiger Begleiter verlor dabei 2 T-Shirts, ja, Rock N’Roll verlangt Opfer). Danach waren wir alle völlig enthusiasmiert. J. aus B. meinte: „Eigentlich wollte ich ja noch zu Hammerfall, doch was soll jetzt noch kommen.“ Stimmt. Und morgen geht´s weiter.