Ohrenrausch

Let´s get loud: Music & More

Wer hat mein Lied so zerstört März 2, 2010

Filed under: Hirnrauschen — ohrenrausch @ 10:27 pm
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Musik ist für alle da. Das ist einerseits erfreulich, andererseits eine Pein in dem ein oder anderen Körperteil.  Denn ob ihrer universellen Verfügbarkeit ist es schier unausweichlich, dass einstige Lieblingssongs zu Drohklängen  mutieren. Hier einige der handelsüblichen Songkiller…

1) Heavy Rotation

Was in Kubricks Clockwork Orange bedrohlich-futuristisch wirken soll  (Folter durch permantes Gedudel einesr Musik, in diesem Falle Beethoven), ist zwischenzeitlich Alltag.  Haben die lieben Redakteure,  Zufallsgeneratoren oder Label-Manager erst einmal einen Song im Visier, gibt es kein Halten mehr. Dann dudeln Viva, MTV  und Konsorten das Teil rauf und runter, dicht gefolgt von Rundfunksendern und Mottopartys.  So geschehen z. B. bei Nirvanas „Smells like teen spirit“.

2) Der frohlockende Fan-Chor

Es war einmal ein weißhäutiger Knabe mit schwarzem Haar und eine ebensolche Maid aus fernen Landen. Die ersannen eine schöne Melodei über eine Multi-Kulti-Armee, … nee, kein Happy End, obwohl happily ever after schon irgendwie: Denn die Fußballgemeinde entdeckte „Seven Nation Army“ von White Stripes für sich, und aus war´s mit dem schönen Lied.  So kann´s gehen.

3) Die Werbe-Fuzzis

Bittersweet Symphony“ von The Verve machte mich einst ganz gefühlig, und auch das Video schien mir äußerst annehmbar. Dann schlug zunächst eine mittlere Heavy Rotation zu, und dann auch – als Top of the Tops – das Marketing. Das Intro wurde z. B.  für irgendein Nahrungsergänzungsmittel für Silver Surfer, Best Ager oder wie die auch immer heißen, verbraten.  Und wenn dann die ersten typischen Riffs erklingen, denke ich sofort an Inkontinenz-Probleme. Schade drum…

4) Cover-Eifer

Ich bin generell kein großer Fan von Cover-Versionen: finde, es gibt kaum einen nachgesungenen/-gespielten  Song, der durch den Fleischwolf gedreht eine neue Facette hinzugewinnt.  Eher umgekehrt: Die meisten Coverer verhunzen das Liedgut.  Ein schönes Beispiel ist „Under Pressure“ von David Bowie und Queen. Sehr schlimm war bereits diese „Ice-Ice-Baby-Nummer“ von Vanilla Ice.  Nun gibt es eine noch gruseligere Version dieser ohnehin schon ultra-gruseligen Variante, von einem Duo namens Jedward, wohl X-Factor-Sprösslinge.  Man sollte eine Strafgebühr für überflüssige, grottenschlechte oder ketzerische Cover-Versionen einführen und den Betrag einer Stiftung zugunsten notleidender Musiker zukommen lassen. Dann hätten die Teile wenigstens ein Gutes.

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5 Responses to “Wer hat mein Lied so zerstört”

  1. Steph Says:

    Hahaha ja, wir durfen die ‚ice baby‘ Version der Nord-Irischen Bimbos im Dezember das erste Mal im TV vernehmen. Zu Hilf!!!!!

    Ja, mich nervt’s auch ganz gewaltig wenn gute Songs im Werbungswahn verwendet werden. Wie die Guten nur darauf kommen??

    ~seufz~

  2. sushey Says:

    Kurz und knapp: sehr treffender Post.
    Es gibt Coverversionen, die finde ich gut; ansonsten stimme ich allem zu.
    Abhilfe schafft da z.B. rigoroses Ignorieren jeglicher Form von Heavy Rotation, sei es Radio oder Empty Vee.

  3. ohrenrausch Says:

    Empty Vee! Sehr schön!

  4. janniz Says:

    Gegen heavy rotation kann man ja was tun, es gab mal ne tolle Erfindung namens Walkman die heute iPod heißt.

    Und zu Covern kann ich nur sagen: Just Like Heaven von Dinosaur Jr., This Is Not A Lovesong von Nouvelle Vauge oder eben Hurt von Johnny Cash sind alles ganz verdammt gute Lieder, die auch nur nachgemacht sind. Also am Covern generell kann ich nix schlechtes finden.

    Und ich kommentiere heute wirklich uralte Posts, ich weiß.

    • ohrenrausch Says:

      Hurt des Man in Black ist wirklich ein Cover-Highlight, da bin ich völlig bei dir, finde z. B. auch I will survive von Cake sehr erheiternd. Aber ich kann nach wie vor den meisten Covern nichts abgewissen.
      Und: selbst Kommentare zu uralten Post sind echte Kommentare:-), als hau rein.


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