Ohrenrausch

Let´s get loud: Music & More

Warmduschen mal anders März 25, 2010

Filed under: Hirnrauschen — ohrenrausch @ 6:25 pm
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Die Sonne kitzelt, die Gräser rauschen, die Festivals winken – und ich bring mich schon mal in Stimmung. Und zwar damit:

1) DUSCHTEST

Hätte ich den  letzten Jahr gemacht, wäre mir einiges erspart geblieben. Und das war so:  Beim RIP (nix in Frieden ruhen, Rock im Park)  2009 trug ich eine äußerst stylishe Vintage-Regenkombi von Adidas, ein Erbstück, gute 40 Jahre alt. Bei einem leichten Schauer  verhielt sich das Outfit noch unauffällig, beim Post-Prodigy-Wolkenbruch streikte das Gewand. (Time waits for noone, auch nicht für meine Regenhaut.)  Ich war völlig durchnässt und hätte  fast Slipknot verpasst.

DAS WIRD NICHT MEHR PASSIEREN: Ich habe ein neues, angeblich Wind und Wetter trotzendes  Gewand geschossen. Und damit geht´s jetzt unter die warme Dusche. Nein, ein Video werde ich darüber nicht drehen.  Obwohl, wäre sicher der Bringer bei der nächsten Birthday Party.

2) Musikhausaufgaben

Klingt nicht nach Erotik, ist aber Genuss bringend: Sich einfach schon einmal  durch die Bands des Festival-Line-ups durchhören. So verpasst man im Fall des Falles keine Juwelchen oder vertrödelt unnötig Zeit bei Jan Delay, wenn man Bullet for my Valentine haben kann.  Hat sich im letzten Jahr super bewährt.  Und falls ich noch mehr Festival-Feeling will,  schlüpfe ich in die geblümten Gummistiefel, zücke das Klebeband, um mir einen Wein im Tetrapack umzuschnallen, und hüpfe über die Neckarwiese.  To be continued …

 

Schnulzen-Folter the American way März 16, 2010

Filed under: Hirnrauschen — ohrenrausch @ 4:56 pm
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Life is stranger than fiction  oder umgekehrt. Gerade habe ich mich bloggend über die Strapazen durch Heavy Rotation beschwert,  und dabei an „Clockwork Orange, the movie“ gedacht.  Nun  lese ich Folgendes: In Colorado werdenYoungsters, die das Autoradio zu laut aufdrehen,  zu Musik-Gruppensitzungen verdonnert. Dort traktiert man sie u. a. mit Barry-Manilow-Songs oder Katzen-Weihnachtsliedern.  Solch Ohrenschmaus bleibt nicht ohne Folgen: Angeblich hat dieser Bundesstaat die niedrigste Rückfallquote.

Eine Anregung, die man kreativ weiterspinnen könnte.  Wer zu laut Volksmusik hört, wird mit Bullet for my Valentine nicht unter  100 schweren Rotationen bestraft, zu viele  DSDS-Barden im Player mit dem Gesamtwerk von Slayer, bei einer großen Menge Bushidoo und Konsorten drohen Zarah-Leander-Gesänge.

 

Wer hat mein Lied so zerstört März 2, 2010

Filed under: Hirnrauschen — ohrenrausch @ 10:27 pm
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Musik ist für alle da. Das ist einerseits erfreulich, andererseits eine Pein in dem ein oder anderen Körperteil.  Denn ob ihrer universellen Verfügbarkeit ist es schier unausweichlich, dass einstige Lieblingssongs zu Drohklängen  mutieren. Hier einige der handelsüblichen Songkiller…

1) Heavy Rotation

Was in Kubricks Clockwork Orange bedrohlich-futuristisch wirken soll  (Folter durch permantes Gedudel einesr Musik, in diesem Falle Beethoven), ist zwischenzeitlich Alltag.  Haben die lieben Redakteure,  Zufallsgeneratoren oder Label-Manager erst einmal einen Song im Visier, gibt es kein Halten mehr. Dann dudeln Viva, MTV  und Konsorten das Teil rauf und runter, dicht gefolgt von Rundfunksendern und Mottopartys.  So geschehen z. B. bei Nirvanas „Smells like teen spirit“.

2) Der frohlockende Fan-Chor

Es war einmal ein weißhäutiger Knabe mit schwarzem Haar und eine ebensolche Maid aus fernen Landen. Die ersannen eine schöne Melodei über eine Multi-Kulti-Armee, … nee, kein Happy End, obwohl happily ever after schon irgendwie: Denn die Fußballgemeinde entdeckte „Seven Nation Army“ von White Stripes für sich, und aus war´s mit dem schönen Lied.  So kann´s gehen.

3) Die Werbe-Fuzzis

Bittersweet Symphony“ von The Verve machte mich einst ganz gefühlig, und auch das Video schien mir äußerst annehmbar. Dann schlug zunächst eine mittlere Heavy Rotation zu, und dann auch – als Top of the Tops – das Marketing. Das Intro wurde z. B.  für irgendein Nahrungsergänzungsmittel für Silver Surfer, Best Ager oder wie die auch immer heißen, verbraten.  Und wenn dann die ersten typischen Riffs erklingen, denke ich sofort an Inkontinenz-Probleme. Schade drum…

4) Cover-Eifer

Ich bin generell kein großer Fan von Cover-Versionen: finde, es gibt kaum einen nachgesungenen/-gespielten  Song, der durch den Fleischwolf gedreht eine neue Facette hinzugewinnt.  Eher umgekehrt: Die meisten Coverer verhunzen das Liedgut.  Ein schönes Beispiel ist „Under Pressure“ von David Bowie und Queen. Sehr schlimm war bereits diese „Ice-Ice-Baby-Nummer“ von Vanilla Ice.  Nun gibt es eine noch gruseligere Version dieser ohnehin schon ultra-gruseligen Variante, von einem Duo namens Jedward, wohl X-Factor-Sprösslinge.  Man sollte eine Strafgebühr für überflüssige, grottenschlechte oder ketzerische Cover-Versionen einführen und den Betrag einer Stiftung zugunsten notleidender Musiker zukommen lassen. Dann hätten die Teile wenigstens ein Gutes.