Ohrenrausch

Let´s get loud: Music & More

Nicht-Sänger, Suomen und Göttinnen Dezember 6, 2009

Filed under: Lebendig & Tretend — ohrenrausch @ 9:26 am
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Arm-Rotor wie bei weiland The Whos John Entwistle, Gesichtswabbeln für einen optischen Distortion-Effekt: Willkommen bei Keelhaul und beim Einstieg in ein weiteres, wuchtiges Triple Bill in Karlsruhe.  Eigentlich eine Instrumentalband, auch wenn das nicht drauf steht… Bei den Alibi-Gesangseinlagen wird auch schnell klar warum: Als  Vocal Hero ist da keiner so recht berufen. Solide, laute Gitarrerei, aber nothing to write home about.

Dann kommen Circle. Finnen. Muss ich mehr sagen? Offensichtlich bringt diese 3-monatige Absenz sichtbarer Sonne merkwürdige Blüten hervor. Das Intro ist irgendetwas opern-haftes, mit minimalistischen Rock-Einsprengseln, gesungen in (ich nehme mal an) Finnisch (Geile Stimme, der Knabe,und die Band ist auch nicht ohne). Diese Sprachwahl behält er, soweit ich das beurteilen kann, bei. Der Sänger,  eine Stilikone mit einem Kapitänsmützchen, klassischem Feinripp, Bad-Taste-Party-Schnäutzer und Old-School-Metal-Arm-Cuffs, schreit, flüstert, haucht, und, und, und .. . Während sie so tönen, holt man schon mal das innere Karteikästchen raus. Und: Kaum hat man irgendwelche Parelleln bei einem Song entdeckt, sagen sie: ätschibätsch, und wildern wieder in einer anderen Box. Mal ein wenig Suicide, German-Krautiges á la Amon Düül, eine Punknummer, Manowar, you name it, they play it.  Super-lustig, super-unterhaltsam, super-Spaßbringend. Gekrönt durch kleine Dauerlaufeinlagen des Front-Finnen und Faust-Gestikulationen.  Kleines Post-Konzert-Highlight: Nach dem Gig trägt der Sänger Brav-Frisur und Normalo-Hemd, hätte kein Mensch wieder erkannt, wenn er sich nicht an seinem Merchandising-Stand herum gedrückt hätte .

Und die Sahne der Sahne dann: ISIS, schon 2-mal live gesehen, aus gutem Grund. Oh, ah, äh!! Jeder Song elegisiert vom Start unaufhaltsam dem dramatischen Höhepunkt zu. Doom meets Metal meets Post Hardcore.  Ich mache einfach die Augen zu und genieße. Kurze Nummern gibt es bei Isis nicht, unter 6 Minuten ist nix drin. Das gibt einem auch genügend Zeit,  sich richtig rein- und hochzusteigern. Inspirativ: Der Tanzstil meines Nebenmanns. Gut 2 Kopf größer als ich, klappt er zu jedem Drum-Schlag seinen Oberkörper nach vorne, ähnlich wie ein Vöglein, das nach Futter pickt. Und ist dann mit seinem Kopf etwa in meiner Taillenhöhe.  Das geht sicher aufs Kreuz! Ich lasse Derartiges und jockele  rückenschonend, um den Rhythmus- und Tempiwechseln  der Kalifornier zu folgen. Ach, was war das wieder ein schöner Abend!

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2 Responses to “Nicht-Sänger, Suomen und Göttinnen”

  1. sonic bear Says:

    War auch auf dem Konzert im Substage. Toller Laden. Immer wieder nett. Leider müssen sie ja nächstes Jahr umziehen. Kellhaul waren auch nicht so mein Ding. Werden ja teilweise mit Dillinger Escape Plan verglichen. Der Vergleich hinkt; DEP sind wesentlich besser und abwechslungsreicher. Circle waren wirklich klasse und haben sehr großen Spaß gemacht. ISIS scheinen auch Fans von Ihnen zu sei; sah man später gleich zwei von Ihnen mit Circle T-Shirts. ISIs sind und bleiben großartig und sie werden von Mal zu Mal immer noch besser. Ein Rund herum gelungener Abend.

    • ohrenrausch Says:

      Ja, schade, dass das Substage dicht macht. Bin gespannt, was nachkommt. Das Jubez kann man ja dann schon mal im Januar antesten, lockt gleich 2-mal mit Eisenvater und Baroness.


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